Travel Europe... Csatka, Cigány-Festival & Acsteszer... joi istenem!
Tag 3 & 4/Samstag/Sonntag
Die letzten 2 Tage waren waren enorm eindrucksvoll. Das muss erst verarbeitet werden. Von Budapest aus fuhren wir ca. 150 km in Richtung Suedosten, etwas noerdlich vom Balaton. Eine traumhafte, huegelige Landschaft voller Obstwiesen, kleine Waldflaechen und etwas Ackerbau. Eine beliebte Region fuer Jaeger wie uns erzaehlt wurde. Die duenne Besiedlung der Region laesst die Landschaft sehr urspruenglich aussehen. Wilde Nussbaume und Apfelbaeume wohin das Auge reicht. Krisztian hat hier ein schoenes Ferienhaus mit unzaehligen Obstbaeumen... Zentnerweise Obst, das jedes Jahr wild im Garten waechst, nicht gesprizt wird und auf den Boden faellt. Das ist richtiges Bio-Obst! Es lohnt sich ageblich nicht das viele Obst zu pfluecken und in die Stadt zu bringen... es gibt einfach zuviel davon. Schnaps brennen waere eine Loesung... Gewohnt haben wir aber in einem anderen Ferienhaus, bei Judith in der SAJUGI Pension. Krisztians Ferienhaus ist zur Zeit vermietet.
Also das Dorf hat mich schon beeindruckt. Ruhig, gediegen, kein Stress, kein Laerm, keine Hektik...aber wenig Arbeit. Die Menschen hier leben entweder von der Landwirtschaft... oder ziehen weg. Wer dem hektischen Leben in der Stadt entfliehen moechte und fuer ein paar Tage nur Aepfel und Gulasch geniessen moechte kann sich bei mir melden! Wandern oder etwas Mountainbiking waeren die einzigen Alternativen zum Faulenzen.
Wir waren aber aus einem anderen Grund hierher gekommen. In der Nachbargemeinde Csatka kommen jedes Jahr Roma Familien aus ganz Ungarn zusammen, besser bekannt als Cigány (Zigeuner), wie sie sich selbst nennen. Eigentlich ist es eine Wallfahrt, die auf einem Huegel stattfindet. Eine Wallfahrtskirche, ein Kalvarienberg und 12 Stationen die das Leiden Christi dokumentieren. Zigeuner schenken Maria aber mehr Anerkennung, was sich in den vielen Bildern widerspiegelt die man auf dem Fest kaeuflich erwerben kann. Es gab eine Messe, einen Brunnen mit heiligem Wasser und eine Menge Verkaufsstaende. Das Fest an sich zu beschreiben ist schwierig. Was da genau passiert kann ich nicht wiedergeben. Kurz gesagt ist das Fest: unkoordiniert, laeuft aber dennoch nach einem bestimmten Muster ab... laut und die Musik staendig uebersteuert (das muss wohl so sein!)... sehr gastfreundlich, mit viel Bewegung, familiaer, feucht, froehlich und lustig.
Gegessen haben wir verschiedenes... da wir beide sehr kontaktfreudig sind, haben wir auch bei einigen Familien (die alle zusammen im Wald campen und ihre Autos drumherum stellen) Essen probieren duerfen. Meistens frisch zubereitetes Gulasch (Kalb, Rind und auch Wild) mit Brot. Oftmals wurde auch Gekochtes von Zuhause aufgetischt... paniertes Fleisch, Paprika usw.
SárközyZwischendurch ging die gesamte Familie zu den verschiedenen Zelten. Die Familien (die allesamt sehr schoen angezogen waren... Jungs und Maenner in Anzuegen... Frauen in engen, bunten Kleidern und mit HighHeels.... auf dem Rasen) waren immer zusammen... alle Generationen, inklusive Familienoberhaupt. In den Zelten haben sich die Familien gegenseitig beglueckwuenscht... was folgendermassen aussah: Zuerst wurde etwa eine Minute lang gesungen (einer der Stars war Sárközy), da nach trat jemand auf die Buehne, nahm das Mikrofon in die Hand und fing an zu erzaehlen... meistens im Singsang Format.... und das so uebersteuert, dass ich nur einige Munuten aushalten konnte. Danach wurde wieder gesungen... usw. Das ging 24 Stunden lang... Am Abend wurde dann zunehmend getanzt und das Publikum wurde juenger. Aber auch hier waren die Familien immer zusammen... es wurden Flaschen mit Schnaps und Cola in der Runde herumgereicht und getanzt. Ich hatte den Eindruck, dass diese Wallfahrt auch eine Art Heiratsmarkt ist... Judengliche im besten Heiratsalter werden von den Familien verkuppelt...
Auch wir fanden das Fest interessant und tanzten die halbe Nacht durch.... Diskutierten mit den Familien am Lagerfeuer und probierten alles kulinarische... Es gab keine Randale, keine Aggression, kein Aerger... nur laute uebersteuerte Musik, uebersteuerete Glueckwuensche, viel Tanz und gutes Essen... und Alkohol.
Danach wanderten wir bei Vollmond von Csatka nach Acsteszer... 6 km... was fuer ein Fest.
Am Tag danach kommen die Familien mit Kind, Kegel und Mobiliar... bauen Tisch und Stuehle auf, manchmal auch eine komplette Kuechengarnitur und Essen im Kreise der gesamten Familie... Aufgetischt wird paniertes Fleisch, Gemuese, Paprika, Gulasch, Brot uvm.
Gruesse,
Fredy
